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Wer ist Floyd?

Das ist Floyd! - Eine kleine Zwergfledermaus, die ich mit der "Flasche" großgezogen habe.

Wenn ihr schon etwas Ahnung habt, dann werdet ihr sagen: "Was soll ein Wildtier in Gefangenschaft? Ist das überhaupt in Ordnung?"
Ja, denn Floyd hatte eine wichtige Aufgabe für unsere Schule. Und das kam so:

Floyd wurde ca. 2 Wochen nach unserer Schultaufe zur "Fledermausschule" im Mai 2000 in eine Kleintierpraxis in Katzenelnbogen gebracht. Sie war in einer Scheune in Berndroth gefunden worden unter dem Flügel ihrer toten Mutter. Diese war, nach den Löchern in der Flughaut zu urteilen,  vemutlich einer Katze zum Opfer gefallen. Floyd war höchstens 2 Zentimeter groß und hätte sterben müssen, wenn Frau Dr. Kleint sie nicht in menschliche Obhut genommen hätte. Mit ihrer tierärztlichen Hilfe und der guten Betreuung von Herrn Reifenrath von der "Arbeitsgemeinschaft Fledermäuse" übernahm ich dann die Pflege der winzigen Floyd.
Pflege, das hieß erst einmal ein artgerechtes Zuhause bauen mit einem Rindenstück und Frotteelappen zum Abhängen, Fliegengitter als Krabbelschutz und einer Brutlampe.

Dann kam das Anstrengendste:
Floyd musste gefüttert werden und zwar alle zwei Stunden, Tag und Nacht, mit einer Pipette warmer Milch.

Dann musste die Haut mit einem feuchten Wattestäbchen von Milchresten gereinigt werden und der kleine Kugelbauch solange massiert werden, bis "Klein - Floyd sein Geschäft" gemacht hatte. Und anstatt sich wieder in sein Zuhause zu hängen, schlief Floyd lieber in meiner Hand ein oder krabbelte in einen Brustbeutel, den ich immer umhängen hatte, weil ein Tier in dem Alter noch dringend echte Körperwärme braucht.

Wenn es dann wieder unter meinem T-Shirt zu flattern anfing, hieß das: "Ich habe Hunger! Füttern bitte!"

Tja und was macht eine Lehrerin dann im Unterricht - oder eine Schulleiterin in wichtigen Besprechungen? Natürlich füttern!

Es war toll, wie alle Menschen um mich herum Verständnis hatten für Floyd. Die Kinder haben beim Füttern zugesehen oder einfach alleine weitergearbeitet. Floyd hat sich ins Herz aller Fledermauskinder geflattert. Alle sahen plötzlich eine echte Fledermaus von ganz nahe. Sie sahen sie täglich um 2 bis 3 Millimeter wachsen, Haare kriegen und ihre ersten Dehnungsübungen für Flugübungen machen.

Und dann kam die Zeit des Abschieds. Floyd konnte solange bei mir bleiben, bis sie versuchte, wirklich loszufliegen. Als es soweit war, nach ca. fünf Wochen, musste sie in die Hand des Fledermausfachmannes, denn jetzt kam die Zeit der geköpften Mehlwürmer und der ersten Flugversuche. Herr Reifenrath wollte sie dann wieder an ihrem Fundort in die Freiheit entlassen. Leider kam es dann doch anders.

Floyd ist ganz plötzlich schwer krank geworden. Sie bekam dicke Gelenke und verkrüppelte Flügel. Daran ist sie trotz guter Pflege dann gestorben.

Für uns "Fledermäuse" hat Floyd eine wichtige Funktion gehabt: Wann erlebt man schon mal ein solches Tier mit all seinen Bedürfnissen, Fähigkeiten und Eigenarten so nah?

An unserer Schule sagt kein Kind, dass Floyd erleben durfte: "Ihhhh, eine Fledermaus!"

Und eine Bitte: Passt besonders in der Zeit von Mai bis Juni an den Einfluglöchern von Fledermauswochenstuben auf eure Katzen auf!

Hanne Schulz

Letzte Aktualisierung: 02.03.2017


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